Praktischer Rahmen
Warum brauchen wir Fiqh?
Wir brauchen Fiqh, weil der Mensch weder bloß materieller Körper noch bloß abstrakter Geist ist, sondern ein barzachisches Wesen, das eine Scharia braucht, die sein Äußeres und Inneres ordnet und das tägliche Handeln in einen Weg zur Läuterung der Seele und zur Nähe zu Allah verwandelt.
Warum brauchen wir Fiqh?
Zeitgenössische Lesarten des religiösen Denkens schwanken zwischen Übertreibung und Untertreibung; während eine Richtung die Religion von ihren verborgenen Dimensionen entleert und sie zu bloßem zivilen System oder Gesundheitsratgeber macht, zieht sich eine andere in absolute Entmaterialisierung zurück und trennt die Religion von der materiellen Lebenswirklichkeit.
Die authentische islamische Vision jedoch, die von der Schule der Transzendente PhilosophieTranszendente Philosophie — ausgesprochen ‘al-HIK-ma al-mu-ta-AA-li-ya’ — الحكمة المتعالية Die Schule Mulla Sadras, die rationale Philosophie, quranische Theologie und spirituelle Einsicht verbindet. und den Philosophen und Gotteskundigen ausgebildet wurde, bezeugt eine einzigartige Tiefe: Sie betrachtet die SchariaScharia — ausgesprochen ‘sha-REE-ah’ — الشريعة Der offenbarte Weg von Gottesdienst, Ethik, Recht und praktischer Führung im Islam; nicht nur Strafrecht. als konstitutives Band zwischen der Welt der Materie und der Welt der Bedeutung. Der Mensch ist weder stummer Körper noch bloßer Engel, sondern eine barzachische Wirklichkeit, die Lehm und göttlichen Hauch vereint — deshalb war Fiqh eine existentielle Notwendigkeit, um die Bewegung dieses zusammengesetzten Wesens zu ordnen.
1. Philosophie der Notwendigkeit des Fiqh und die Rolle der Scharia
Die Notwendigkeit des Fiqh entspringt der Notwendigkeit des Menschen nach Führung in seiner integrativen Bewegung. Weltliche Gesetze haben als höchstes Ziel die Ordnung sozialer Verflechtung und die Verhinderung materiellen Unrechts; der islamische Fiqh betrachtet das menschliche Handeln als sich über die Natur hinaus erstreckend.
Wir brauchen Fiqh, weil der menschliche Verstand, auch wenn er Allgemeines von Gerechtigkeit und Gut erfasst, außerstande ist, die verborgenen und konstitutiven Wirkungen der Einzelhandlungen zu kennen.
Die Scharia kommt nicht, um bloße konventionelle Beschränkungen aufzuerlegen, sondern legt die Verhaltensarchitektur fest, die sicherstellt, dass die materielle Bewegung des Menschen nicht mit seinem geistigen Weg kollidiert, damit das Gewöhnliche und Tägliche zum Mittel der Verbindung mit dem Absoluten wird.
2. Umfassendheit der Gebote und das Verhältnis von Materie und Geist
Weil der Mensch aus Materie und Geist zusammengesetzt ist, wirkt jede Wirkung auf eines von beiden notwendig auf das andere zurück; es gibt vollständige Parallelität und Verknüpfung zwischen Äußerem und Innerem. Die Scharia-Gebote kamen nicht allein zum Nutzen des Körpers und nicht allein zum Nutzen der Seele, sondern zur Lenkung dieser menschlichen Mischung.
Die Einhaltung des fikh-rechtlichen Gebots in der materiellen Welt hat unmittelbare Auswirkung und direkten Einfluss in der Welt des Geistes. Rechtschaffenes Äußeres erzeugt erleuchtetes Inneres; Mangel in der Einhaltung äußerer Gebote erzeugt Kümmernis und Krankheit in der Seele.
Die Scharia ist in ihrer Tiefe eine Wirklichkeit mit zwei Seiten: eine, die der Natur und den Sinnen zugewandt ist — Fiqh und Handeln —, und eine, die dem Reich und der Abstraktion zugewandt ist — Läuterung und Nähe.
3. Die Scharia-Gesellschaft als Inkubator geistigen Aufstiegs
Das fikh-rechtliche System zielt nicht bloß darauf ab, eine materiell stabile oder wirtschaftlich wohlhabende Gesellschaft als Endziel zu bauen; das höchste Ziel der Scharia ist die Gründung einer rechtschaffenen Umgebung, die den Menschen für das wahre kommende Leben befähigt.
Die Gesellschaft in der monotheistischen Vision ist ein Inkubator der Vollendung. Soziale Beziehungen, auf Gerechtigkeit beruhende Wirtschaftsordnung und fikh-rechtliche Grenzen sind allesamt Vorbereitung des allgemeinen Klimas. Wenn Gerechtigkeit sich festigt und Unrecht durch Anwendung der Scharia gehoben wird, werden Herz und Verstand des Menschen frei für die Säulen geistigen Aufstiegs und der Seelenerziehung; die Welt umfasst die Bewegung des Menschen zur Jenseitigkeit ohne Zerrissenheit.
4. Das reichliche Ziel des Fiqh: Konstitutionssystem, nicht Schulnoten
Wenn gewöhnliches religiöses Denken die Frage guter und schlechter Taten stellt, wenden sich die Geister oft einer vereinfachenden Lesart zu, die einem Schulnotensystem ähnelt. Manche stellen sich vor, der Verantwortliche sei ein Schüler in einem Prüfungsraum, über dessen Kopf ein Lehrer steht und positive Punkte vergibt, wenn er gehorcht, und negative registriert, wenn er fehlt — am Ende werden diese Punkte rechnerisch zusammengezählt, um das Ergebnis zu bestimmen.
Diese Sicht mag als motivierendes Verfahren zur Ermutigung der Allgemeinheit dienen, doch sie drückt nicht die Wahrheit des Ziels des Fiqh aus. Das System von Lohn und Strafe ist kein trockenes konventionelles System, sondern ein konstitutives und existentielles System, das unmittelbar mit der Formung und dem Aufstieg oder Rückfall der Seele verbunden ist.
Der größte Irrtum ist der Glaube, die Seele des Menschen bleibe in ihrer existentiellen Stufe fest, während sein Konto guter und schlechter Taten parallel in einem externen Register steigt oder sinkt. Die Wahrheit ist, dass jedes Gebot, dem der Mensch gehorcht oder das er verletzt, sofort das Wesen seiner Seele verändert:
- Bei Gehorsam: Fikh-rechtlicher Gottesdienst ist keine Körperbewegung, mit der man eine Punktzahl kauft, sondern ein Prozess der Läuterung und Erhebung der Seele. Mit jedem Gehorsam steigt die Seele eine Stufe auf der Leiter des Seins und erleuchtet sich, um verborgene reichliche Wahrheiten zu erfassen, die sie zuvor nicht wahrnahm.
- Bei Sünden: Die Sünde ist keine bloße Gesetzesverletzung, die Punkte abzieht, sondern ein Gift, das die Seele trinkt, sie innerlich entstellt und ihren Spiegel trübt, bis sie in ihrer existentiellen Stufe herabsinkt und die Fähigkeit verliert, Wahrheit und Schönheit zu erfassen.
5. Die Hinfälligkeit enger materialistischer Lesarten der Gebote
Es ist verbreitet, dass einige Forscher aus Enthusiasmus und dem Versuch, die Religion den Materialisten näherzubringen, Scharia-Gebote zusammenschrauben und rein nützlich-gesundheitlich oder biologisch erklären. Diese Lesart entleert die Gesetzgebung von ihrem gottesdienstlichen Kern und macht sie abhängig von wechselnden empirischen Wissenschaften.
Die Gleichung von Reinheit und Wudu
Wenn Wudu als bloßer Reinigungs- und Durchblutungsprozess erklärt wird, wird das reichliche Wesen übersehen. Materielle Reinheit erreicht man mit modernen Desinfektionsmitteln; Wudu entfällt bei Wassermangel und wird durch Tayammum mit Erde ersetzt — was beweist, dass das Ziel die geistige und erleuchtende Reinheit ist, die für das Stehen in der Gegenwart der Wahrheit qualifiziert.
Gründe des Verbots und konstitutive Wirkung des Essens
Die wiederholte Behauptung, das Verbot von Schweinefleisch oder Blut beruhe auf Keimen und Parasiten, ist eine enge Reduktion; wäre der Grund auf die materielle Dimension beschränkt, entfiele das Verbot mit modernen Keimtötungsmethoden.
Die Gotteskundigen und Menschen des geistigen Weges sehen in Speisen eine unmittelbare konstitutive konventionelle Wirkung; verbotene oder zweifelhafte Bissen erzeugen innere Finsternis, die die Seele von Erfolg abhält, Herzhärte erzeugen und die Glieder schwer für Gottesdienst machen. Das Verbot kreist um innere Schäden und verborgene Wirkungen, die das Wesen der Seele verderben und tierische Eigenschaften erzeugen, die sich auf das geistige Verhalten des Menschen spiegeln.
6. Quranische Belege für die konstitutive Wirkung des Handelns
Der Beweis aus dem edlen der Qurander Quran — ausgesprochen ‘al-Qur'an’ — القرآن Der Quran ist die zentrale Schrift des Islam. Muslime glauben, dass er Gottes offenbartes Wort an den Propheten Muhammad ist. ist die grundlegende Stütze, von der Philosophen und Gotteskundige ausgingen, um zu beweisen, dass Handeln zu einer konkreten Wirklichkeit wird, die mit dem Wesen der menschlichen Seele verschmilzt und deren Wesen formt.
Verkörperung der Werke selbst
Allah, der Erhabene, sagt:
«An dem Tag findet jede Seele vor, was sie an Gutem getan hat, und was sie an Bösem getan hat.» [Āl ʿImrān: 30]
Das Werk selbst ist anwesend in seiner eigenen Person, ob gut oder böse.
Und Er, gepriesen sei Er, sagt:
«Diejenigen, die das Vermögen der Waisen unrechtmäßig verzehren, verzehren ja nur Feuer in ihren Bäuchen.» [An-Nisā’: 10]
Der verbotene Bissen birgt in seinem Inneren und reichlichen Wesen Feuer, das die Seele vom ersten Augenblick an verbrennt.
Innere Veränderung und Entstellung
Allah, der Erhabene, sagt:
«Nein! Vielmehr hat sich über ihren Herzen eingerostet, was sie erworben haben.» [Al-Mutaffifīn: 14]
Der Rost ist die konstitutive Veränderung, die dem Spiegel der Seele infolge bösen Handelns zustößt.
Zur inneren Entstellung sagt Er:
«Da sagten Wir zu ihnen: Seid verachtete Affen!» [Al-Baqara: 65]
Beharrliches tierisches Verhalten entstellt das Wesen der Identität innerlich; nach diesen Eigenschaften wird der Mensch auferweckt.
Existentieller Aufstieg und Erfassung der Wahrheiten
Allah, der Erhabene, sagt:
«Zu Ihm steigt das gute Wort empor, und die rechtschaffene Tat hebt es empor.» [Fātir: 10]
Rechtschaffenes Handeln ist der konstitutive Antrieb, der die Seele in den existentiellen Stufen emporhebt, um die materielle Welt zu überschreiten.
Und Er, gepriesen sei Er, sagt:
«Wenn ihr Allah fürchtet, wird Er euch eine Unterscheidungskraft geben.» [Al-Anfāl: 29]
Gottesfurcht und fikh-rechtliche Bindung erzeugen Einsicht und Kraft geistiger Wahrnehmung.
7. Die Vision der Erhabenen Weisheit und schiitischer Philosophen
Die Schule der Transzendente PhilosophieTranszendente Philosophie — ausgesprochen ‘al-HIK-ma al-mu-ta-AA-li-ya’ — الحكمة المتعالية Die Schule Mulla Sadras, die rationale Philosophie, quranische Theologie und spirituelle Einsicht verbindet. unter Führung Sadr al-Muta’allihīn as-Sīrāzī, Mullā Sadrā (979–1050 n.H. / 1571–1640 n.Chr.), bot eine feste demonstrative Formulierung der Rolle der Scharia und der Wirkung der Handlungen auf die Läuterung der Seele, auf innovativen philosophischen Grundlagen.
Substantielle Bewegung und Verdichtung der Seele
Die menschliche Seele ist kein festes Substrat, sondern in ständiger intensivierender Bewegung, die von der Materie zum vollständigen geistigen Abstraktionsaufstieg führt. In dieser Bewegung sind scharia-konforme Handlungen und fikh-rechtliche Einhaltung das vorbereitende Material und der Treibstoff, den die Seele für existentiellen Aufstieg und Verdichtung nutzt.
Einheit der Seele mit den Formen ihrer Handlungen
Handlungen vergehen nicht, sondern werden durch Wiederholung zu Eigenschaften und inneren Formen, die mit dem Wesen der Seele eins werden und deren Wirklichkeit formen. Der Mensch wird nicht für etwas außerhalb seiner selbst belohnt, sondern für die Wirklichkeit dessen, was er gemacht hat und wozu sein Wesen geworden ist.
Die Scharia ist die äußere Vernunft
Scharia und Vernunft sind Zwillinge aus einer Quelle. Deshalb ist wahre Läuterung oder richtige gotteskundige Offenbarung ohne das Tor des Fiqh und der äußeren Scharia unmöglich; fikh-rechtliche Reinheit und Bindung an praktische Gebote sind die konstitutive Grundlage und feste Basis für die Reinheit des Verstandes und die Erleuchtung der Seele.
8. Architektur des praktischen Systems: die Tore des Fiqh
Damit die Scharia ihre vorbereitende Rolle erfüllt, teilt sie die Handlungen der Verantwortlichen in Haupttore ein, von denen jedes einen existentiellen Aspekt formt:
- Gottesdienste, wie Gebet, Fasten und Hadsch: betreffen die unmittelbare Verbindung des Dieners mit der absoluten Wahrheit; ihr Zweck ist Läuterung der Seele und Loslösung von materiellen Bindungen.
- Verträge, wie Kauf und Ehe: ordnen einvernehmliche Wechselbeziehungen; ihr Zweck ist die Ausweitung der Gerechtigkeit und der Schutz der Rechte, damit die Gesellschaft sich dem geistigen Aufstieg widmen kann.
- Einseitige Akte, wie Scheidung und Freilassung: Handlungen, die durch alleinigen Willen zustande kommen; ihr Zweck ist die Regelung von Verbindlichkeit und individueller Verantwortung.
- Gebote, wie Blutgeld, Gerichtsbarkeit und Grenzstrafen: allgemeine Gesetzgebung zum Schutz der öffentlichen Ordnung; ihr Zweck ist Abschreckung der Angreifer und Läuterung der Gesellschaft von konstitutiven Übeln, die das Verbrechen erzeugt.
9. Wissenschaftliche Bewegung und Spezialisierungssystem: Idschtihād und Taqlīd
Wenn der nicht spezialisierte Mensch außerstande ist, diese konstitutiven Gebote aus ihren ursprünglichen Quellen zu erschließen, tritt das System intellektueller Spezialisierung hervor, auf dem alle Lebensangelegenheiten aufgebaut sind.
Idschtihād und Erschließung
Idschtihād ist der Einsatz spezialisierter wissenschaftlicher Anstrengung zur Erschließung der Scharia-Gebote aus ihren anerkannten Beweisen: Buch, Sunna, Vernunft und Konsens.
Marja’ und Taqlīd
Der Marja’ ist der Fiqh-Gelehrte, der die Bedingungen vereint und die Fähigkeit der Erschließung besitzt; Taqlīd ist der Rückgriff des Nicht-Spezialisten auf den Fachmann — wie der Kranke zum vertrauenswürdigen Arzt —, um die richtige konstitutive Wirkung des Handelns zu sichern.
Der wissenschaftliche Weg in der Hawza
Der Erreichen der Fähigkeit zur Erschließung geht ein strenger Studienweg in der Hawza voraus, der in drei grundlegende Stufen geteilt ist:
- Muqaddimāt (Vorbereitung): Studium der Hilfswissenschaften wie Grammatik, Morphologie, Rhetorik und Logik zum präzisen Verständnis des religiösen Textes.
- Sutūh (Oberfläche): Studium hochgradig beweisführender Bücher in Fiqh und Usūl al-Fiqh, wie Kifāyat al-Usūl und Al-Makāsib, zum Erlernen der Anwendung von Regeln und Beweisen.
- Dars al-Chāriğ (Außenunterricht): die höchste Stufe, in der der Lehrer die fikh-rechtliche Frage und ihre Beweise ohne Bindung an ein bestimmtes Buch vorlegt und die Meinungen großer Gelehrter erörtert, um die Schüler in Kritik und wissenschaftlicher Prüfung zu schulen, bis der Schüler die Stufe des Idschtihād erreicht.
Hat der Fiqh-Gelehrte die Stufe des Idschtihād erreicht, bezeugen ihm die Fachleute die Aʿlamiyya (Vorrang in Wissen), und besitzt er vollständige Gerechtigkeit und Gottesfurcht, wird er Marja’, zu dem die Menschen zurückkehren.
10. Verpflichtung im Zeitalter der Abwesenheit und erkenntnistheoretische Kohärenz
Manche fragen, wie die Übereinstimmung zwischen dem glaubensmäßigen Grundsatz der Notwendigkeit einer von Allah bestimmten unfehlbaren Führung und der praktischen Wirklichkeit des Rückgriffs auf nicht unfehlbare Fiqh-Gelehrte im Zeitalter der Abwesenheit zu verstehen ist.
Historische und methodische Prüfung offenbart vollständige Harmonie und feste Verknüpfung, die sich in zwei Punkten zeigt.
Vollendung des gesetzgeberischen Bauwerks historisch
Die Abwesenheit des Imams al-Mahdī (Imam al-Mahdi (a.s.)Imam al-Mahdi (a.s.) — ausgesprochen ‘al-MAH-dee’ — المهدي (ع) Der zwölfte und letzte Imam in der schiitischen Tradition, der in der Verborgenheit ist und als Wiederhersteller der Gerechtigkeit erwartet wird.) begann nicht in einer frühen oder sensiblen Phase der islamischen Geschichte, bevor die Umrisse der Religion klar wurden, sondern kam nach mehr als zweieinhalb Jahrhunderten — etwa 260 Jahren — unmittelbarer Gegenwart des Propheten (Segen und FriedenSegen und Frieden — ausgesprochen ‘sal-lal-LAAH-u alayhi wa aalih’ — صلى الله عليه وآله Abkürzung für den Segensgruß über den Propheten Muhammad und seine Familie. Sie wird aus Respekt nach seinem Namen verwendet.) und der reinen Imame (a.s.a.s. — ausgesprochen ‘alayhi as-salaam’ — عليه السلام Arabisch 'alayhi / 'alayha / 'alayhim as-salam': Friede sei mit ihm, ihr oder ihnen. Wird für Propheten, Imame und die Ahl al-Bayt verwendet.). In dieser langen Dauer wurden allgemeine und partikuläre Regeln erläutert und ausgeführt, die Absichten des der Qurander Quran — ausgesprochen ‘al-Qur'an’ — القرآن Der Quran ist die zentrale Schrift des Islam. Muslime glauben, dass er Gottes offenbartes Wort an den Propheten Muhammad ist. erklärt, und das Überlieferungs- und gesetzgeberische Erbe vollständig vervollständigt.
Demnach kam die Rolle des Fiqh-Gelehrten heute nicht, um eine Lücke zu schließen oder Gebote aus eigener Erfindung zu schaffen, sondern als die Scharia vollständig in ihren Säulen, klar in ihren Umriissen und bewahrt im Erbe der Unfehlbaren (a.s.a.s. — ausgesprochen ‘alayhi as-salaam’ — عليه السلام Arabisch 'alayhi / 'alayha / 'alayhim as-salam': Friede sei mit ihm, ihr oder ihnen. Wird für Propheten, Imame und die Ahl al-Bayt verwendet.) war.
Erschließung gebunden am Text, nicht Gesetzgebung nach Meinung
Der Marja’ besitzt keine unabhängige gesetzgeberische Autorität; er erklärt nicht selbst erlaubt oder verboten, noch legt er den der Qurander Quran — ausgesprochen ‘al-Qur'an’ — القرآن Der Quran ist die zentrale Schrift des Islam. Muslime glauben, dass er Gottes offenbartes Wort an den Propheten Muhammad ist. nach persönlicher Meinung aus, sondern legt ihn aus und erschließt praktische Gebote durch Usūl, Regeln und Überlieferungen der Hadithe der Familie des ProphetenFamilie des Propheten — ausgesprochen ‘Ahl al-Bayt’ — أهل البيت (ع) Ausgesprochen: Ahl al-Bayt. Wörtlich 'Leute des Hauses'. Hier meint es im schiitischen Verständnis besonders die Vierzehn Unfehlbaren: den Propheten, Fatima, Ali, Hasan, Husayn und die neun Imame aus Husayns Nachkommenschaft. (a.s.a.s. — ausgesprochen ‘alayhi as-salaam’ — عليه السلام Arabisch 'alayhi / 'alayha / 'alayhim as-salam': Friede sei mit ihm, ihr oder ihnen. Wird für Propheten, Imame und die Ahl al-Bayt verwendet.). Seine intellektuelle Anstrengung beschränkt sich auf Idschtihād — die Anwendung strenger wissenschaftlicher Regeln, die die Imame (a.s.a.s. — ausgesprochen ‘alayhi as-salaam’ — عليه السلام Arabisch 'alayhi / 'alayha / 'alayhim as-salam': Friede sei mit ihm, ihr oder ihnen. Wird für Propheten, Imame und die Ahl al-Bayt verwendet.) selbst zum Verständnis der Textbedeutungen festlegten; er übt nicht Idschtihād gegen den Text, sondern bewegt sich vollständig im erkenntnistheoretischen und gesetzgeberischen Feld, das die reine Progenie (a.s.a.s. — ausgesprochen ‘alayhi as-salaam’ — عليه السلام Arabisch 'alayhi / 'alayha / 'alayhim as-salam': Friede sei mit ihm, ihr oder ihnen. Wird für Propheten, Imame und die Ahl al-Bayt verwendet.) gezeichnet hat.
Die Marja’iyya ist kein Ersatz für den unfehlbaren Imam (Imam al-Mahdi (a.s.)Imam al-Mahdi (a.s.) — ausgesprochen ‘al-MAH-dee’ — المهدي (ع) Der zwölfte und letzte Imam in der schiitischen Tradition, der in der Verborgenheit ist und als Wiederhersteller der Gerechtigkeit erwartet wird.), sondern die systematische und institutionelle Fortsetzung, die seine Gebote und sein Erbe offenbart; seine Abwesenheit ist Abwesenheit der sichtbaren Präsenz, nicht der Existenz — er ist wie die leuchtende Sonne hinter der Wolke, der die Angelegenheit der Umma konstitutiv und geistig lenkt, und Er selbst hat uns befohlen, in den eintretenden Ereignissen zu den Fiqh-Gelehrten zurückzukehren als Hüter Seiner Scharia.
Demnach ist unsere erkenntnistheoretische und praktische Pflicht im Zeitalter der Abwesenheit individuelle Suche und Rückkehr zum gelehrtesten Fiqh-Gelehrten, der die anerkannten Bedingungen vereint.
Hinweis für den Leser
Auf dieser Website werden wir Links zu den offiziellen Websites der großen Marja’ bereitstellen; der Leser soll selbst suchen und bei Fachleuten nachfragen, um dem Marja’ zu folgen, der am gelehrtesten ist und die gesetzgeberischen und wissenschaftlichen Bedingungen vereint, die seine Verantwortung entlasten und die Richtigkeit seines konstitutiven und geistigen Weges vor Allah, dem Erhabenen, sichern.
Fiqh ist kein Schulnotensystem für gute und schlechte Taten, sondern konstitutive Architektur, die die Seele formt und sie erhebt oder verhüllt — je nach dem Handeln.